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Geschichte des Grabmals Moderne Bestattungsformen Warum ein Grabmal?
Die individuelle Grabgestaltung nimmt in der Trauerverarbeitung eine bedeutende Rolle ein und bietet einen heilsamen Platz für Trauerrituale.
Moderne alternative Bestattungsformen

Neben den traditionellen Bestattungsmöglichkeiten in einem Erd- oder Urnengrab stehen heute auf Friedhöfen weitere Alternativen zur Verfügung, die wir hier kurz vorstellen möchten:

Gemeinschaftsgrab

Beispiel für ein Gemeinschaftsgrab
Eine Gemeinschaftsgrabanlage besteht aus einer Gruppe mehrerer Einzelgrabstätten meist nicht miteinander verwandter Personen mit einheitlicher äußerer Gestaltung. Diese Rahmengestaltung, die Grabbepflanzung und zum Teil auch das Grabmal werden vom Friedhofsträger angeboten. Der Grabnutzungsinhaber erhält eine Komplettleistung gegen Gebühr: Grab, Grabstein, Bepflanzung und Pflege. (s.a. Neues Grabstättenkonzept)

Die Namen und Lebensdaten der hier Bestatteten stehen auf einem Grabmal oder einer Namenstafel auf der einzelnen Grabstätte. Die Einbindung einer künstlerischen Gestaltung, sowie von Kommunikationsplätzen und Sitzbänken bereichern den Trauerprozess.

Gemeinschaftsgräber bieten heilsame Trauer am Grab durch vier Funktionen:

  • Gruppenidentität zeigen: Menschen mit gleichen Interessen bilden eine Gemeinschaft mit eigenen Symbolen und Ritualen. Sie zeigen ihre Verbundenheit auch auf dem Friedhof.
  • Räume für Gemeinschaften: Umfriedete Räume vermitteln ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit. Mit Ausdruck gestaltete Flächen werden zu Trostinseln für Trauernde innerhalb des Friedhofs.
  • Entlastung von der Grabpflege: Für verstreut wohnende Familienmitglieder und allein stehende Senioren ist das gepflegte würdevolle Gemeinschaftsgrab eine Entlastung.
  • Ein konkreter Bestattungsort: Der erkennbare Bestattungsplatz ist für die Mehrzahl der Menschen wichtig. Beim Gemeinschaftsgrab hat man ein konkretes Grab. (Quelle: www.aeternitas.de)
Urnenwände

Bei Urnenwänden fehlt den Trauernden oft der Raum, um dem Verstorbenen zu gedenken und Blumen oder Kerzen abzustellen.
Urnenwände gibt es heute auf vielen Friedhöfen. Es handelt sich hierbei um eine (Beton-) Wand mit einzelnen Urnennischen. Diese werden mit einer Platte, auf der die Inschrift mit den Daten der Verstorbenen steht, verschlossen.

Die Ruhezeiten sind von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich. Angehörige sollten sich auf jeden Fall bei der Friedhofsverwaltung erkundigen, was nach Ablauf der Ruhezeit mit der Urne bzw. der Asche der Verstorbenen gemacht wird. Die Beisetzung in einer Urnenwand entlastet zwar die Angehörigen von der Grabpflege, sie lässt aber auch kaum Trauerrituale zu – eine Erfahrung, die viele erst im Nachhinein machen und bedauern, dass sie z.B. Blumen und Kerzen nur irgendwo vor der Urnenwand abstellen können, wo sie keinen direkten Bezug zu den Verstorbenen haben. Die Kosten für die Nutzung einer Urnennische sind i.d.R. mit der Nutzung eines Urnengrabes gleich. Auskunft gibt die zuständige Friedhofsverwaltung.

Anonyme Bestattung

Eine anonyme Bestattung findet ohne jegliche Kennzeichnung der Grabstätte statt. Sie ist die kostengünstigste Art der Beisetzungsmöglichkeiten. Die Urne wird in einem großen Rasenfeld beigesetzt. Diese Beisetzungsart wird in Großstätten und insbesondere in Ostdeutschland sehr stark genutzt. Eine Verortung der Grabstätte ist für Angehörige nicht möglich. Meist werden auch eine große Anzahl von Urnen gesammelt, um diese dann aus Rationalisierungsgründen in einer Art Massenbegräbnis beizusetzen. Ein anonymes Begräbnis findet ohne Angehörige statt.

Die Verbraucherinitiative aeternis rät hierzu: Was man bedenken sollte: Angehörige realisieren oft erst nach der Beisetzung das Fehlen einer persönlichen Grabstätte und damit die Möglichkeit, den Verstorbenen zu besuchen. Trauer lässt sich in der Regel einfacher bewältigen, wenn eine Grabstätte vorhanden ist. Menschen, die im Glauben handeln, etwas Gutes zu tun, wenn sie ihren Angehörigen durch Verfügen einer anonymen Bestattung eine aufwändige Grabpflege ersparen wollen, tragen oft bei den Hinterbliebenen zu einer problematischen Trauerbewältigung bei. Das Gutgemeinte wandelt sich ins Gegenteil, denn ein Grab dient vor allem den Hinterbliebenen und nicht dem Verstorbenen. Deshalb ist es sehr wichtig, Bestattungswünsche rechtzeitig und vor allem im Einvernehmen mit den Angehörigen festzulegen. So vorbereitet sind keine unangenehmen Überraschungen zu erwarten.

Die Verbraucherinitiative aeternitas beschäftigt sich mit den Auswirkungen der modernen Bestattungsformen.
Die anonyme Bestattung ist eine adäquate Bestattungsform, wenn sie dem Wunsch des Verstorbenen entspricht und im Einvernehmen mit den Angehörigen gewählt wird. Es gibt jedoch genügend Alternativen zur anonymen Bestattung, welche nicht einmal wesentlich teurer sein müssen. Vom pflegefreien Grab über Urnenstellen, Rasengräber und Urnengemeinschaftsanlagen bis zu Baum- und Naturbestattungen mit gekennzeichneten Grabstellen bieten sich viele Möglichkeiten, die Anonymität zu vermeiden - in der Regel auf dem heimischen Friedhof. Viele Friedhöfe bieten zumindest eine pflegefreie Grabstättenart an. Sind auf dem heimischen Friedhof keine entsprechenden Grabstätten verfügbar, bieten sich benachbarte Friedhöfe an, die auch Ortsfremde aufnehmen. (www.aeternitas.de)
Fragen zum Thema Grabmal und Bestattung:
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